Die Truppe
Die Wurzeln
05.11.2005 - 01:52

Die Wurzelnder deutschen Panzeraufklärungstruppe gehen bis ins Jahr 1743 zurück, als König Friedrich der Große im "Reglement für die Preußischen Husarenregimenter" festlegte, dass diese unter anderem auch Aufklärungsdienste zu verrichten hätten. Dennoch waren die Husaren nach wie vor eine Kampftruppe.

Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gab es zum ersten mal Verbände, die lediglich Aufklärungsarbeit verrichteten. Die Kavallerie der deutschen Bundesstaaten wurde geteilt, der größere Teil, 216 Eskadronen, wurde in neun Kavalleriedivisionen zusammengefasst und bildete so die klassische "Schlachtenkavallerie". Der kleinere Teil, 189 Eskadronen, wurde in den Infanteriedivisionen für "Kundschafts- und Sicherheitsdienste" eingesetzt. So standen in diesem Krieg jeder Infanteriedivision ein Kavallerieregiment zur Verfügung, das überwiegend für die Gefechtsaufklärung verwendet wurde. Hauptsächlich wurden dafür Husaren- und Dragonerregimenter ausgewählt, diese hatten als Bewaffnung einen Karabiner und konnten so auch infanteristisch eingesetzt werden.

1. Weltkrieg: Einzug der Technik
Im 1. Weltkrieg wurden die 110 aktiven Kavallerieregimenter als Heereskavallerie in Kavalleriedivisionen zusammengefasst, die Mehrzahl der Kavallerieregimenter wurden jedoch einzeln den Infanteriedivisionen für Aufklärungs-, Sicherungs- und Meldedienste zugeteilt. Träger der Gefechtsaufklärung war der Spähtrupp zu Pferde (Offizierspatrouille), technische Mittel, wie der Ballon, das Flugzeug und teilweise auch das Kraftfahrzeug verbesserten die Aufklärung.

Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg wurden Deutschland nahezu alle technischen Mittel und Waffen verboten. Die zugebilligte Kavallerie war mit drei Divisionen gegenüber sieben Infanteriedivisionen besonders stark, zusätzlich war für jede Infanteriedivision eine Eskadron als Divisions-Kavallerie vorgesehen - also für die Aufklärung und Sicherung. Die Kavallerie der Reichswehr wurde jedoch in erster Linie als "berittene Infanterie" gesehen, weniger als Aufklärungstruppe.

Aufstellung der Aufklärungseinheiten

Gegen Ende der 20er Jahre maß man der Aufklärungstätigkeit wieder mehr Beachtung bei. Für Übungen wurden Aufklärungsabteilungen aufgestellt, die neben Reitern auch Radfahrer, mot. Fahrzeuge, schwere Waffen und Nachrichtenmittel umfassten, doch fehlte es an einer festen Gliederung. Diese Abteilungen bildeten die Vorgänger der späteren Aufklärungsabteilungen (mot.) im 2. Weltkrieg. Im Jahr 1929 wurde beim Reiterregiment 4 in Potsdam eine "Geländewagen-Eskadron" eingeführt, dazu verwendete man als "Geländewagen" den handelsüblichen Pkw "Dixi" - dies bildete den Anfang der motorisierten Aufklärungstruppe im deutschen Heer. Die "Geländewagen-Eskadron" wechselte bald zu den Kraftfahr-Kampftruppen, den Vorläufern der späteren Panzertruppe.

Reichswehr: Umwandlung der Reiterregimenter

Die 18 Reiterregimenter der Reichswehr wurde in den Jahren 1934-36 wie folgt verändert:
  • Umrüstung von 5 Regimenter zu Panzer- oder Kradschützenabteilungen bzw. motorisierten Schützenbataillonen
  • zwei Regimenter blieben Reiterregimenter
  • elf wurden zu Kavallerieregimentern erweitert, sie erhielten neben einer Reiterabteilung zu fünf Schwadronen eine Radfahrabteilung mit drei Radfahrschwadronen, eine schwere Schwadron und eine Panzerabwehrschwadron. Das Regiment erhielt zusätzlich eine Nachrichtenschwadron.

    Diese Kavallerie-Regimenter (bis 1938 auf 13 erhöht) waren Korpstruppen und hatten lediglich den Zweck, im Kriegsfall für die Infanteriedivisionen ihres Korps Aufklärungsabteilungen (mot.) aufzustellen.

    Für die seit 1935 im Aufbau befindliche Panzertruppe mussten ebenfalls Aufklärungsorgane geschaffen werden, hier schlug man den direkten Weg ein, man errichtete bis 1939 elf Aufklärungsabteilungen (mot.) und drei Aufklärungsregimenter. Die Aufklärungsabteilung bestand aus:
  • Stab mit Nachrichtenzug
  • einer Kradschützenkompanie
  • einer schwere Kompanie.

    Die Aufklärungsregimenter waren ähnlich aufgebaut, verfügten aber unter dem Regimentsstab über zwei Abteilungen.

    2. Weltkrieg: Kampf in allen Gefechtsarten

    Im 2. Weltkrieg Krieg traten die Aufklärungstruppen abteilungsweise zu den Panzerdivisionen, den leichten (mot.) Divisionen und den Infanteriedivisionen (mot.). später Panzergrenadier-Divisionen über. Die Stärke und Ausstattung variierte, so verfügte die Aufklärungsabteilung einer Panzerdivision über:
  • Stab und Stabskompanie
  • Panzerspähkompanie
  • leichte Panzeraufklärungskompanie
  • Panzeraufklärungskompanie
  • schwere Aufklärungskompanie
  • Versorgungskompanie.

    Die Aufklärungsabteilungen der Pz- und PzGren-Div der Wehrmacht/Waffen-SS waren stets mit die Hauptträger des Kampfes in allen Gefechtsarten. Durch die überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Spähpanzern und SPW, bzw Schwimmwagen und Krädern mussten die Aufklärer neben den klassischen Spähaufgaben auch für "Feuerwehreinsätze" bereitstehen. In den Infanteriedivisionen der letzten Kriegsjahre wurde sog. Füsilierbataillone aufgestellt. Sie waren zum größten Teil fahrradbeweglich und mitunter der am besten ausgebildete Verband innerhalb der Division. Im Laufe des Krieges änderte sich die Auftragslage der Aufklärungs- und Füsilierverbände immer weiter weg von der eigentlichen Bestimmung in Richtung einer kampfstarken und relativ schnell verfügbaren Reserve.

    Quellen: http://www.balsi.de; Lt. Steffen Engel


  • w.schmid


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