Bühler-Papier: „Abkehr von den Vorgaben der Neuausrichtung von 2011“

Der Bundeswehr stehen in den kommenden 15 Jahren offenbar grundlegende Veränderungen in ihren Aufgaben und der Ausstattung bevor. Das geht aus den „Vorläufigen konzeptionellen Vorgaben für das künftige Fähigkeitsprofil der Bundeswehr“ hervor, die der Planungsabteilung des Verteidigungsministeriums entstammen und über die die „FAZ“ berichtet. dem DBwV liegt das Papier ebenfalls vor.

Demnach soll sich bis zum Jahr 2032 eine radikale Abkehr von der bisherigen Ausrichtung der Bundeswehr an Auslandseinsätzen vollziehen. Die Aufgaben sollen sich wieder vor allem an der Landes- und Bündnisverteidigung ausrichten. Der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Generalleutnant Erhard Bühler, spricht von einer „Abkehr von den Vorgaben der Neuausrichtung von 2011“.

Konkret bedeuten die Planungen, dass die Bundeswehr in den Bereichen Heer, Luftwaffe und Marine kräftig aufwachsen muss, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Diese sollen dem Papier nach die vollständige Verteidigungsfähigkeit zu Land, zu Wasser, in der Luft, im Weltraum und im Cyberraum sein.

Für das Heer sind demnach drei Divisionsstäbe mit acht bis zehn voll ausgerüsteten Brigaden geplant. Derzeit verfügt das Heer über sieben Brigaden sowie Anteile an der Deutsch-Französischen Brigade, denen es aber teilweise an Material und Personal fehlt. Bis 2026 soll eine erste Division die volle Einsatzfähigkeit erreicht haben. Das würde bedeuten, dass knapp 20 000 Soldaten in drei gepanzerten Brigaden inklusive Divisions- und Brigadetruppen in den Kampf geschickt werden können. Dazu ist die Bundeswehr derzeit nicht in der Lage. Eine Brigade (circa 3000 Soldaten) besteht den Planungen zufolge künftig aus Panzer- und Panzergrenadierbataillonen, einem Pionier-, einem Aufklärungs-, einem Artillerie- und einem Versorgungsbataillon. Ende 2031 sollen auch die beiden anderen Divisionen voll ausgestattet und nach einer Vorlaufzeit von etwa drei Monaten einsatzbereit sein. Jede Brigade soll künftig wieder über ein Artilleriebataillon verfügen; derzeit gibt es davon nur vier. Damit würden die Divisionen wieder die klassische Struktur aus der Zeit vor 1990 einnehmen.

Weil es dafür absehbar nicht genügend Personal gibt, wächst dem „Bühler-Papier“ zufolge die Bedeutung von Reservisten, mit denen teilaktive und nicht aktive Bataillone im Mobilisierungsfall aufgefüllt werden sollen.

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Herausgeber von pzaufkl.de/heeresaufklärer.de.
PzAufklAusbKp 3/2, 3./PzAufklBTl 2, BrigSpz 5, Hessisch Lichtenau.
div. Wehrübungen. Letzter Dienstgrad Olt.d.R. (vorl.)

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