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Die Panzeraufklärer der Bundeswehr
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Die Panzeraufklärer der Bundeswehr
05.11.2005 von
w.schmid
Aufklärung und Erkundung waren zu allen Zeiten die Voraussetzung für eine erfolgreiche und siegreiche Führung im Gefecht. Ausführliche Erkenntnisse über den Feind gehören ebenso wie Kenntnisse über das Gelände dazu.
Kleine, sehr bewegliche Einheiten waren und sind erforderlich, die kühn und wagemutig als Erste, allein auf sich gestellt, den Feind suchen und seine Stärken und Schwächen aufklären.
Noch bis zum 2. Weltkrieg wurde diese Aufklärung mit berittenen Spähtrupps betrieben. Zu Kriegsbeginn führte allerdings auch die Kavallerie im Rahmen der allgemeinen Mechanisierung des Heeres gepanzerte Spähwagen und Motorräder in die neugebildeten Aufklärungsabteilungen ein.
Es taucht zu diesem Zeitpunkt auch zum ersten Mal der Begriff Panzeraufklärungstruppe auf. Auch die Bedeutung der Panzeraufklärer stieg durch die neue bewegliche und gepanzerte Kriegsführung.
Bei der Gründung der Bundeswehr wurde der Panzeraufklärungstruppe große Bedeutung zugemessen, was allein dadurch deutlich wird, dass sie eine eigenständige Waffengattung im deutschen Heer ist.
Die Panzeraufklärungstruppe heute
Hauptaufgabe der Panzeraufklärungstruppe ist die bodengebundene Aufklärung im Verantwortungs- und Interessenbereich der Führungsebenen Brigade und Division. Bodengebundene Aufklärung ist - und bleibt auch in Zukunft - eine wesentliche Voraussetzung für eine lagegerechte und effiziente Operationsplanung und -führung der Kampftruppen.
Besonders der Einsatz hochmobiler Panzertruppen erfordert kontinuierliche Aufklärungsergebnisse, die einerseits die Reichweite der Gefechtsaufklärung im Nahbereich deutlich übersteigen, um Reaktionszeiten zu schaffen und die andererseits die Beiträge der raum- und luftgestützten Aufklärung verifizieren, detailliert aktualisieren und ergänzen, um einen punktgenauen Einsatz der eigenen Kräfte zu ermöglichen.
Die heutige Panzeraufklärungstruppe klärt schnell und weiträumig auf. Sie steht, wie ihre Vorgänger, stets als erste am Feind und ist befähigt große Räume zu überwachen. Mit ihren leichten Spähtrupps ist sie schnell, wendig, leise und weitreichend. Eine weitere Version der Aufklärung führt sie mit elektronischen Mitteln wie Radar, Sensoren und Wärmebildsignatur durch.
Neue Aufgaben
Die Panzeraufklärungstruppe der Zukunft muss darüber hinaus neuen Herausforderungen gerecht werden. Im Kern sind dies unberechenbare Risiken, zunehmende Rasanz und Komplexität militärischer Operationen und nicht zuletzt die Forderung nach permanenter, präziser und höchst zeitkritischer Information.

Hinzu kommen Einsätze im erweiterten Aufgabenspektrum wie z.B. Konvoi-Schutz, Überwachen von Marschstraßen oder Herstellen und Halten von Fernmeldeverbindungen über weite Entfernungen.
Aufklären und Nachrichten gewinnen statt kämpfen
Die Ausstattung mit Großgerät umfasst derzeit den Spähpanzer LUCHS und den Transportpanzer FUCHS mit dem Panzeraufklärungsradar PARA. Die ersten Spähwagen FENNEK wurden der Truppe übergeben und werden den LUCHS ablösen. Die Aufklärungsdrohne LUNA wird zur Zeit von der Artillerie betrieben - die LUNA-Batterien sollen aber in die PzAufkl-Bataillone eingegliedert werden.
Die Kampfpanzer (zuletzt LEOPARD 2) wurden aus der Truppengattung herausgelöst. Damit entfällt, ohne zusätzliche Verstärkung durch unterstellte oder zur Seite gestellte Kampftruppen, die Option "Aufklärung durch Kampf".

[Foto: SpW Fennek und Aufklärungsdrohne ALADIN]
Stattdessen setzt die Aufklärungstruppe verstärkt auf sensorgestützte Aufklärung. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Einführung des neuen Spähwagens FENNEK in die KRK- und Lehrtruppenteile ab dem Jahr 2003. Man setzt verstärkt auf hochtechnisierte Spähaufklärung im Informationsverbund Aufklärung. Unterstützt wird die Spähaufklärung am Feind durch Sensortechnik und unbemannte Späh-Flugkörper.
Transformation: Ständige Umstrukturierungen
Nach der Ausplanung Neues Heer für Neue Aufgaben verfügte die Panzeraufklärungstruppe noch über sieben Bataillone sowie über zehn aktive und zwölf nichtaktive Panzeraufklärungskompanien der Brigade.
Nicht erst seit 2002 gibt es in der Truppengattung - wie in der Bundeswehr gesamt - tiefgreifende qualitative Veränderungen. Auf Organisationsebene ist die weitere Reduzierung und Umgliederung der Bundeswehr zu nennen, wie sie in den Eckpunkten des Generalinspekteurs und in den Gedanken zur Neuausrichtung der Bundeswehr des BMVg angedacht wird.
Die Dislozierung der Panzeraufklärungstruppe 2004
Die Konsequenz der Reduzierung und Umgliederung der Bundeswehr für die PzAufklTruppe: Ihr Umfang umfasste [Stand 2004] nur noch fünf Bataillone. Zwei Bataillone wurden aufgelöst: PzAufklBtl 7 (Augustdorf) Ende 2002 und PzAufklBtl 12 (Ebern) Ende 2004.
Auf Brigadeebene waren 11 aktive und drei nicht-aktive PzAufklKp eingeplant. Neu dabei: eine zweite Luftlande-AufklKp: Die LLAufklKp 260 in Freyung.
Das Stationierungskonzept (Ziel 2010) sieht weiterhin fünf Bataillone vor - die Zahl der selbständigen Spähkompanien wird allerdings verringert.
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