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Die Zukunft: Gemischte Aufklärungseinheiten
05.11.2005 von w.schmid

Im Rahmen der Neustrukturierung der Streitkräfte (Ziel 2010) wird unterschieden in Eingreifkräfte, Stabilisierungskräfte und Unterstützungskräfte. In letzteren sind keine Aufklärungskräfte erforderlich. Das Heer wird verkleinert auf fünf Divisionen.


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Für die Panzeraufklärungstruppe hieß das:
  • Das PzAufklBtl 5 in Sontra wurde aufgelöst, dafür wurde in Füssen ein GebAufklBtl 230 neu aufgestellt.
  • Reduzierung der selbständigen Brigade-Aufklärungskompanien um sieben auf zwei.
  • Die beiden LLAufklKp 260 und 310 blieben.


    Neu: Gemischte Aufklärungsbataillone


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    Die Zukunft der Aufklärungstruppe: Geplante Gliederung der gemischten Aufklärungsbataillone [Stand Oktober 2004]. Neu: Eine Drohnen-Batterie, voraussichtlich mit je einem System LUNA. Damit wird die Gliederung aufgegriffen, die in den Auslandeinsätzen bereits erfolgreich zusammen arbeitete.

    Im Bereich der Eingreifkräfte sind auf Divisionsebene ein Aufklärungsbataillon und auf Brigadeebene je eine Aufklärungskompanie vorgesehen.

    Das Aufklärungsbataillon (EK), das es in dieser Konfiguration nur einmal im deutschen Heer geben wird, beinhaltet einen hohen Anteil an bodengebundene Spähaufklärung – drei Spähkompanien, eine Batterie luftgestützter abbildender Aufklärung sowie einen Feldnachrichtenzug. Der Spähwagen Fennek bildet das Rückgrat der Spähkompanien.

    Feldnachrichtenzüge sind sowohl auf Divisions- als auch auf Brigade-Ebene in Zugstärke festes Element des Aufklärungsverbandes bzw. der Aufklärungskompanie.

    Binnenstrukturell wird eine Spähkompanie in den Eingreifkräften über sechs leichte Spähtrupps, vier Radartrupps und zwei "Scout-Trupps" für abgesessene Aufklärung verfügen.

    Die vier Aufklärungsverbände der vier Stabilisierungsbrigaden (Aufklärungbataillon (SK)) enthalten einen etwas geringeren Anteil an boden- gebundener Spähaufklärung -jeweils zwei Spähkompanien, dafür alle verfügbaren Drohnensysteme in einer gemischten Drohnenbatterie und einen Feldnachrichtenzug. In den Stabilisierungskräften verfügt die Spähkompanie über zwei Spähtrupps mehr, also über acht leichte Spähtrupps. Neben der jeweils ersten Spähkompanie mit FENNEK wird die zweite Kompanie mit dem dann über 30jährigen LUCHS ausgestattet sein.


    Die Aufklärungskräfte der Division Spezielle Operationen DSO - die bisherigen Luftlandeaufklärungskompanien 260 und 310 sowie die Fernspähkompanie - werden verstärkt durch zwei Feldnachrichtenzüge (je einer in den Luftlandeaufklärungskompanien) sowie durch luftgestützte Komponenten, einen Zug LUNA und ein Halbsystem KZO (ebenfalls aufgeteilt auf die beiden Luftlandeaufklärungskompanien).


    Am Einsatz ausgerichtet

    Die Kernaufgaben der Heeresaufklärungstruppe stellen sich wie folgt dar:

    * Fähigkeit zum Einsatz im gesamten Aufgaben- und Intensitätsspektrum Nachrichtengewinnung und Aufklärung (NG&A) in allen Landoperationen und besonderen Landoperationen in allen Intensitätsstufen grundsätzlich in nahezu jedem Gelände und Klima-/Umweltbedingungen

    * Bodengebundene Späh- und Radaraufklä­rung, luftgestützte unbemannte abbildende Lageaufklärung sowie Nachrichtengewin­nung mittels Feldnachrichtenkräften, Besondere Kräfte und Befähigung zur NG&A in schwierigem bis schwierigstem Gelän­de, unter allen Klimabedingungen sowie in urbanem Umfeld

    * Gestellung von Kräften für Stabilisierungs-O­perationen, Eingreifoperationen sowie Bünd­nis- und Landesverteidigung,

    *Gestellung der Fachexpertise in Stäben im Einsatz

    In den zukünftig wahrscheinlichsten Einsätzen kommt den Kräften und Mitteln zur Nachrichtengewinnung und Aufklärung eine noch größere Bedeutung zu als bisher.

    Da diese Kräfte nur begrenzt vorhanden sind, sind sie bereits im Frieden in Strukturen vorzuhalten, in denen Ausbildung, Einsatzvorbereitung, Prozessoptimierung und Synergieeffekte bestmöglich durchgeführt bzw. genutzt werden können.

    Ausgehend von den in den letzten Jahren bei Auslandseinsätzen gemachten Erfahrungen im Bereich des Militärischen Nachrichtenwesens und dabei insbesondere beim Einsatz der verfügbaren Aufklärungskräfte und -mittel sowie bei der Auswertung der immer größer gewordenen Informationsflut, wurde die grundsätzlichen Zusammenfassung von Aufklärungskräften/-mitteln eingehend untersucht.

    Es ist festzustellen, dass durch die Zusammenfassung von Aufklärungskräften und -mitteln in gemischten Aufklärungsverbänden die Effizienz dieser Kräfte im Einsatz gesteigert wird, indem bereits die Grundgliederung Kernelemente von Aufklärungs-Task-Forces zusammen fasst ("train and organise as you fight").

    „Mit Blick auf die Struktur einer zukünftigen Stabilisierungsbrigade kann ich jedenfalls nur sagen, dass ich als Brigadekommandeur froh gewesen wäre, wenn ich ... ein gemischtes Aufklärungsbataillon mit FENNEK, UAVs [= Unmanned Aerial Vehicels bzw. Drohnen] und Feldnachrichtenkräften gehabt hätte.“

    General Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr, bei der Pressekonferenz des Bundesministers der Verteidigung "Stationierung der Bundeswehr", Berlin, 02.11.2004




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