 |
| Zufalls-Tipp |
Abzeichen aktiver Verbände
Die Bataillone
AufklLehrBtl 3, Lüneburg
1./AufklLBtl 3, LüneburgDank an OG dR Martin Götze
3./AufklLBtl 3, Lüneburg.Dank an Marcus Prü [..] |
| mehr |
|
|
 |
|
 |
 |
|
Artikel »
Geschichte(n) »
Der Totenkopf der Husaren
|
Artikel-Infos |
Der Totenkopf der Husaren
25.12.2005 von
w.schmid
Der Totenkopf wurde bereits im 16. Jahrhundert von ungarischen, dann polnischen und später preußischen Reitertruppen auf ihren Pelzmützen getragen.
1740 schmückte ein silberner Schädel mit Knochen dahinter - gestickt aus Silberfäden - das schwarze Pferde- und Kutschgeschirr des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. In dessen Angedenken übernahm das am 9. August 1741 ins Leben gerufene 5. Husaren-Regiment (am 5. September 1741 im Lager von Göttun bei Brandenburg an der Havel unter Major von Mackenrodt zusammengestellt) eine schwarze Uniform mit Totenkopf an der Kopfbedeckung. Andere Deutung: Zur Uniform des Regiments sei das Tuch benutzt worden, womit der Saal ausgeschlagen gewesen, in welchem die Leiche Königs auf dem Paradebette gelegen. Dieser Saal sei mit weiß gestickten Totenköpfen dekoriert gewesen, daher stamme der Totenkopf.
Bei der Reorganisation des Preußischen Heeres wurde dem Regiment in Anerkennung der bisherigen Verdienste mit ACO vom 7.9.1808 der Name "Leibhusaren Regiment" und Garde-Status verliehen. Wegen der Neugliederung des Heeres wurde das Regiment am 20.12.1808 in das 1. und 2. Leibhusaren-Regiment geteilt.
Das Leibhusaren-Regiment Nr. 1 und das Leibhusaren-Regiment Nr. 2 lagen in Danzig-Langefuhr in Garnison und hatten schwarze Bekleidung. Ihr markantes Merkmal war der Totenkopf an der Pelzmütze. Im Bild Leibhusarenregiment 2: Offizier und Trompeter.
|
Das Herzogtum Braunschweig folgte 1809: Der Totenkopf wurde vom Husarenregiment Nr. 17 und vom Infanterieregiment 92 übernommen. Der Braunschweiger Totenkopf unterscheidet sich vom preußischen: Der Schädel schaut geradeaus und ist über den gekreuzten Knochen positioniert. In den Freiheitskriegen um 1813 finden wir den Totenkopf auf den Mützen der Schillschen-, bzw. Lützowschen Jäger. Bedeutende Angehörige dieser Freischaren: Jahn, Körner, Friesen.
Ab dieser Zeit wurde der Totenkopf von deutschen Husaren bis 1918 getragen. Das Heer verfügte vor 1914 über 20 Husaren-Regimenter, wovon eines ein braunschweigisches, drei sächsische und der Rest preußische waren.
 Offiziers-Pelzmütze, Husaren-Regiment 17, Form ab 1897, Ausführung um 1912.
|
Im Ersten Weltkrieg wurde der Totenkopf als Verbandsabzeichen von einer Vielzahl deutscher Einheiten benutzt - vor allem von Sturmtruppen, Flammenwerfertrupps und Panzereinheiten. Einige Piloten, darunter das Fliegerass Leutnant Georg von Hantelmann benutzten Varianten des Totenkopfs als persönliches Abzeichen.
 Leutnant Georg von Hantelmann - der Totenkopf als Hommage an seinen Dienst im Braunschweiger Husarenregiment Nr. 17
Gleich nach dem Ende der Kämpfe 1918 tauchte der Totenkopf wieder auf - diesmal auf den Helmen und Fahrzeugen einiger Freikorps. Nicht zuletzt dadurch wurde der Totenkopf nicht nur zum Symbol des Kämpfertums und Selbstaufopferung, sondern auch für militaristischem Traditionalismus, Anti-Liberalismus und Anti-Bolschewismus. Nationalistische Veteranen trugen Totenkopf-Ringe, -Manschettenknöpfe und andere privat gefertigte Schmuckstücke zur Zivilkleidung.
|
1923 wurde der Totenkopf vom Stoßtrupp Hitler verwendet, der späteren Stabswache, der Keimzelle der später aufgestellten Schutz-Staffel SS. Entstanden war die SS als Leibwache Hitlers und als zu seiner direkten Verfügung stehenden Garde, die sich in ihrer Symbolik allmählich an die Totenkopf-Husaren der alten kaiserlichen Armee anlehnte. Es überrascht nicht, dass die Mitglieder des Stoßtrupp Adolf Hitler den Totenkopf nur zu gerne als ihr Erkennungszeichen wählten. Anfänglich orderten sie eine kleine Anzahl von Mützenabzeichen aus dem Militärbedarf. Ihre Nachfolger, die SS beauftragte die Firma Deschler in München mit der Massenproduktion des Totenkopfs im preußischen Stil, den sie als Mützenabzeichen die nächsten 11 Jahre trugen. Als Hitlers persönliche Garde gerierten sie sich als Nachfolger der kaiserlichen Leibhusaren, die als "schwarze Totenkopfhusaren" bekannt waren.
Von allen Symbolen, die die SS verwendete, bleibt der Totenkopf am stärksten im Bewußtsein - er wurde zu einem Symbol des Dritten Reiches. Es wurde oft vermutet, der Totenkopf sei von der SS nur gewählt, um Schrecken zu verbreiten - dabei war er eine direkte und emotionale Verbindung zur Vergangenheit und ganz besonders zu den militärischen Eliteeinheiten des Kaiserreichs. Und damit auch ein Statussymbol für die, die ihn trugen.
|
 Panzersoldaten im II. Weltkrieg. Sie wurden wegen des Totenkopfes oft mit der SS verwechselt.
Die Leibhusaren-Husaren Tradition führte - wohl in bewusster Konkurrenz zur SS - auch die Wehrmacht weiter: 1934 wurde für die neuaufgestellte Panzertruppe eine schwarze Sonderbekleidung eingeführt, die den beengten Verhältnissen in einem Panzer Rechnung tragen sollte. Zeitgleich wurde der preußische Totenkopf auch als Elite-Abzeichen der neuen Panzereinheiten eingeführt (die ja die Nachfolger der kaiserlichen Kavallerieregimenter waren) - die Kragenpatten wurden von einem weißen (bzw. silbernen) Totenkopf geziert. Damit wurde sowohl eine Tradition der ersten deutschen Kampfwagen-Besatzungen aufgegriffen, die oftmals einen Totenkopf auf ihr Fahrzeug malten, als auch an die "Totenkopf-Husaren" erinnert.
Sowohl der Totenkopf der Leibhusaren wie auch der der Braunschweiger Husaren gehörten bei der Wehrmacht (neben dem Schwedter Adler) zu den sog. Traditionsabzeichen, die von den Angehörigen einiger traditionsreicher Einheiten an der Mütze getragen werden durften.
Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass der Totenkopf auch von verschiedenen Wehrmachtseinheiten getragen wurde, so vom Kavallerieregiment 5, dem Infanterieregiment 17, der Luftwaffen Schleppgruppe 4 und der Kampfgruppe 5. Wegen ihrer direkten Beziehung zu Danzig, wo die Preußischen Leibhusaren bis 1918 stationiert waren, wurde der Totenkopf auch das Abzeichen des Küstenschutzes Danzig, der SS-Heimwehr Danzig und der Danziger Polizei und Feuerwehr.
Darüber hinaus nutzten und nutzen auch viele Eliteeinheiten andere Nationen das Totenkopfsymbol. So die British Royal Navy Submarine Service und die Queens Royal Lancers [siehe Abb.], Mussolinis Leibwache, verschiedene US-Einheiten, die kaiserlich russischen Kosaken, polnische Panzerbesatzungen, Finnische Kavallerie und die französische Sicherheitspolizei, um nur einige zu nennen. Bulgarien hatte im Ersten Weltkrieg sogar einen Tapferkeitsorden "mit Totenschädeln".
Abb.: Mützen-Abzeichen der Queen's Royal Lancers, Das Motto ist "Death or Glory"
|

Uniform-Beispiele 1 = Rittmeister im Kavallerieregiment 5. Dieses 1943 im Osten neu aufgestellte Regiment war der Traditionsträger der beiden Leibhusaren-Regimenter. Außerdem wurde dem Regiment in Jahr 1944 ein Ärmelband mit der Aufschrift "Generalfeldmarschall v. Mackensen" verliehen.
|

2 = Unteroffizier im Infanterieregiment 17. Als Traditionsträger des früheren Braunschweigischen Infanterieregiments 92 und des Husarenregiments 17 der alten Armee galten das Infanterieregiment 17 und das spätere Kavallerieregiment 41 der Wehrmacht.
|

3 = Untersturmführer in einer Artillerie-Einheit der Waffen-SS. Der unterschiedlich gestaltete Totenkopf wurde als Mützenabzeichen von der allgemeinen SS übernommen.
|

4 = Feldwebel der Panzertruppe des Heeres. Die Kragenpatte mit dem Totenkopf wurde von allen Dienstgraden in derselben Form ohne Rangunterschied getragen.
|

5 = Mannschaftsdienstgrad der Panzertruppe des Afrika Korps. Tropenuniform.
|

6 = Obersturmführer (=Oberleutnant) in der 3. SS-Panzerdivision "Totenkopf" bei einer Grenadiereinheit. Das Totenkopfsymbol wurde bei dieser Truppe zunächst nur am rechten Kragenspiegel getragen, später aber auch am linken, wie hier gezeigt. An der Mütze befand sich ebenfalls ein Totenkopf.
|

Köpfe Major Breidenbach trägt die Traditionstotenköpfe der Braunschweiger Husaren. Foto: http://www.photosammler.de
|

Hauptsturmführer Michael Wittmann, (Waffen-SS Leibstandarte Adolf Hitler), der bisher erfolgreichste deutsche Panzerkommandant.
|

Leutnant Ernst August Prinz von Hannover, Aufklärungsabteilung 158 Foto: Sammlung Akira Takiguchi.
|

Dieser Panzersoldat der Wehrmacht trägt die vorschriftsmäßigen Totenköpfe der Panzertruppe. Foto:www.photosammler.de
|

Dieser Panzersoldat der Wehrmacht trägt unvorschriftsmäßig die SS-Totenköpfe für die Mützen der SS und Waffen-SS. Foto:www.photosammler.de
|
|
|
|
|
|
 |
|
 |
|