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Entführt im Kaukasus - Sanitätssoldat berichtet von Friedensmission in Georgien
18.02.2008 von w.schmid

"Mayday, mayday, mayday! This is Delta four. We are under fire", lautete der Funkruf, der nicht aus einem Actionfilm sondern von einem ganz realen UNO-Einsatz in Georgien stammt. Ein dänischer Militärbeobachter hatte den Notruf abgesetzt - auf der Ladefläche eines russischen Ural-LKW liegend. Neben ihm der deutsche Stabsfeldwebel Herbert R. Bauer. Geschosse zischen durch die Luft. Mit hellen Klicks schlagen abgeprallte Projektile gegen die Bordwand. Wenig später ist die internationale Patrouille von ihren russischen Sicherheitskräften getrennt. Der Beginn einer Entführung in den Bergen des Kaukasus.

Was in den folgenden fünf Tagen passierte, beschreibt der Bundeswehrsoldat Herbert R. Bauer in seinem Buch "Medizinmann auf Friedensmission", erschienen im Engelsdorfer Verlag. Er schildert auch den Alltag der kleinen deutschen Gruppe, die als Teil einer UN-Beobachtermission am Kaukasus Dienst tut. Der waffenlose Einsatz soll die ethnischen Konflikte zwischen Georgiern und Abchasen schlichten.

Für die militärische Sicherung des Auftrages ist eine 1.500 Mann starke Friedenstruppe der GUS zuständig. Unruhen in diesem Gebiet werden seit 2005 von Westeuropa und den USA besonders besorgt verfolgt. Seitdem ist die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline, auch Transkaukasische Pipeline genannt, in Betrieb. Sie soll dazu beitragen, die Öl-Abhängigkeit vom Persischen Golf zu reduzieren und durch die Exporte aus der kaspischen Region das weltweite Angebot zu diversifizieren. Die Staaten Georgien, Aserbaidschan und die Türkei denken bereits darüber nach, zum Schutz der Pipeline eine Militärallianz zu bilden.

Ganz Soldat hält sich Herbert R. Bauer aus der Politik heraus und berichtet dafür um so anschaulicher, warum man eine scharfe, entsicherte Handgranate nicht in einer Waschmaschine entsorgen sollte. Auch das Untersuchen alter Zünder kann sehr gefährlich werden und mit der Amputation eines Fingers enden - Tagesgeschäft unter der Rubrik "medizinische Hilfe für die einheimische Bevölkerung".

Der Autor ist mittlerweile wieder im Kaukasus im Einsatz. Auch in Afghanistan war er bereits im Dienst. Nach diversen Vorträgen mit Publikum aus Militär und Politik gibt es die tagebuchähnlich notierten Eindrücke einer kaum bekannten Mission nun in Form eines Taschenbuchs.

cover
Herbert R. Bauer
Medizinmann auf Friedensmission. Erlebnisse eines Bundeswehrsoldaten im Kaukasus
1. Auflage Auflage 12/2007 bei Engelsdorfer Verlag (Ende)
ISBN: 3-86703-497-4


Sie können das Buch hier online bestellen.



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