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6 Posts in diesem Thema (offen)
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Burzi WaElo 1./3 ist offline Burzi WaElo 1./3  
TrÜbPl-Aufenthalt Castle Martin
92 Beiträge
Hallo Männers,

ich selbst war zwar leider nicht in Castle Martin, habe aber immer tolle Story's von anderen gehört, die drüben waren! Die Resonanz auf mein Thema "Shilo" ist bislang enttäuschend schwach. Vielleicht hat aber der eine oder andere Interesse, ein paar Anekdoten aus Castle Martin loszulassen! zwinkern
Ich würde auch gern mehr dazu erfahren, was damals gelaufen ist.

Ich hörte einmal, das man sich in den Transportflugzeugen nicht an irgendwelchen Seilzügen festhalten durfte, weil dadurch das Ruderwerk beeinflusst wurde und eine ungewollte Routenänderung eingeleitet werden konnte! überrascht lachend

Schreibt doch 'mal eure Erfahrungen zu Castle Martin!

Es gibt auch eine offizielle Webseite über Castle Martin:
HIER !


Besten Gruß,
"Burzi"
Beitrag vom 06.03.2007 - 11:26
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ruckel ist offline ruckel  
17 Beiträge
Hallo Burzi,

wir waren mit der 2./3 1985 als letztes schweres Kontingent in Castle Martin und haben die Leo`s danach reisetauglich "eingeölt". Sie wurden per Seefracht nach Shilo geschickt, wo wir sie dann Jahre später wieder unter dem Hintern hatten. Konnten wir anhand der Schieß- und Wartungsbücher nachlesen.

Die Landschaft war schon beeindruckend, da der Schießplatz in einem Naturschutzpark lag, der ab 16:00 der allgemeinen Bevölkerung für Spaziergänge zur Verfügung stand. Entsprechend kurz waren die Schießtage, dafür aber früh (wecken um 04:30, wenn ich mich recht erinnere).

Wir haben unserem Natozebra (damals HG UA) K... die Richtschützen ATN verpaßt und er hat nichts besseres zu tun, statt den Scheiben, der Anlage den garaus zu machen... Schießen ende!grosses Lachen

Bekanntlich liegt der Schießplatz an der walisischen Steilküste und so hatten wir eine phantastische Fernsicht und gelegentlich ein Schiff in der Optik, beim KPZ nicht unbedingt üblich. Genial war auch das Nachtabschlussschießen mit allen 12? Leo`s. Wir standen in Reihe und Haui hat bis auf Null gezählt, das hat dann
so ausgesehen.

Aussergewöhnlich war auch der Regen. Sah man am Firmament einen Regenbogen, hatte man ziemlich genau 5 Minuten Zeit, sich in den Turm zu ducken und die Luken zu verriegeln, weil der Regen dann immens und waagerecht den Platz geflutet hat. Schießen war erst mal nicht mehr möglich, weil durch die Optiken keine Sicht vorhanden war. Dank des stetigen, recht starken Windes hat sich der Regen immer wieder schnell verzogen, kam aber doch häufiger vor.

Zum Flug kann ich folgendes berichten. Auf dem Hinflug hatte ich das Glück relativ in der Mitte zu sitzen. Wir haben dort im "normalen" Kampfanzug gesessen. Im vorderen Bereich haben sich die Kameraden fast bis auf die Unterhose entkleidet und im rückwärtigen Bereich hatten die Kameraden ihren Feldparka angezogen und die Füße incl. Stiefel in den Seesack gesteckt. Zu Anfang fand ich das schon etwas befremdlich, bis uns die Besatzung erklärte, das der Auslass der Heizung vorne ist.
Auf dem Rückflug hatte ich meine Füße ebenfalls im Seesack stecken. überrascht Ich saß neben der Ladeklappe der Transall und die war innen total vereist, während die Kameraden vorne fast den Hitzetod erlitten.

Soweit erstmal,
herzliche Grüße
hotte
Beitrag vom 06.03.2007 - 16:46
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Burzi WaElo 1./3 ist offline Burzi WaElo 1./3  
92 Beiträge
Hallo Hotte,

das sind die Geschichten aus dem Nähkästchen, welche ich immer gern lese und mich dabei an die "aktive" Zeit erinnere! verwirrt

Ein gleichzeitiger Schuß von 12 Leo's auf einer Schießplatte in Bergen/Hohne, hätte die Schießplatte bestimmt zum Bersten gebracht und Folgen für die Verantwortlichen gehabt. Aber gerade solche kleinen Abweichungen vom Schießalltag haben Spaß gemacht.

Das mit dem Hitzetod und dem Erfrieren in der Transall habe ich einmal in einem Winter in den Hütten im Lager Hohne erlebt. Ich glaube es waren Petroleumöfen, die die die Hütten befeuerten. In den oberen Betten kamst du dir vor, wie in der Sauna und unten hast du mit den Zähnen geklappert! So wurden dann alle Wolldecken von oben nach unten gereicht. lachend


Besten Gruß,
"Burzi"
Beitrag vom 10.03.2007 - 14:26
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Burzi WaElo 1./3 ist offline Burzi WaElo 1./3  
Bericht eines Ehemaligen
92 Beiträge
Hallo,

ich habe eine E-Mail von einem Ehemaligen erhalten, der pzaufkl.de als Gast besucht hatte und mir daraufhin per Email geschrieben hatte. Leider konnte ich ihm nicht antworten, da keine Mailadresse ersichtlich war. Ich denke aber, das es ihm recht ist, wenn ich seinen Erfahrungsbericht hier der interessierten Allgemeinheit zur Verfügung stelle. Er hat vieles toll beschrieben und der eine oder andere wird sich beim Lesen sicher an seine eigenen Erfahrungen mit Castle Martin erinnern.

Hier nun der Bericht von "kite-hase" :


Hi Männer,

als letztes Kontingent war ich 1985 zusammen mit der 3./3 in der 2./3 als Richt-Ladeschütze in Castle Martin eingesetzt.

Per Bustransfer ging's damals vom Standort Lüneburg nach Nordholz wo wir mit 2 C-160 nach Wales verlegt wurden. Flugzeit ca. 3 Stunden. Vor der dem Flug hatten wir keine Einweisung darüber, das wir irgendwelche "Seile" nicht anfassen dürfen ,so dass ich mich während des Fluges auch frei in der Flugzeugzelle bewegen konnte (habe auch Fotos machen können).

Insgesamt dauerte unser Schießplatzaufenthalt 3 Wochen. Während dieser Zeit konnten wir ausserordentlich intensiv den scharfen Schuß üben, da wir uns auf nichts weiter konzentrieren mussten, ausser, das wir ab und zu Nachts Wache halten mussten im T-Bereich und dem Mun-Lager. Die Kameradschaft in den schweren Zügen war in dieser Zeit echt super und abends knallten die Beck's bis früh morgens. Übrigens durften wir die Kaserne nach Dienstschluss auch verlassen und in die nächstgelegene Stadt (pub) fahren. Unterkunft und Verpflegung waren englisch, aber sehr gut. In der Bevölkerung fielen wir zwar als Deutsche auf, aber ich habe keine negativen Erfahrungen machen können.

Ein Wochenende von Freitag nach Dienstschluss bis Montagmorgen Dienstbeginn hatten wir freien Ausgang. Ich z. B. habe mit mehreren anderen Kameraden London besucht (Wörner Airs macht's möglich).

Absolut pervers war zum Schluss der technische Dienst wegen der Seeverladung unser Leo 1A5. Wir haben unsere Rohre geschrubbt bis zum geht nicht mehr, weil der Inst-Hfw immer wieder noch 'ne kleine Stelle im Rohr mit seinem Mikroskop gefunden hat oder unter den Bodenplatten zwischen den Drehstäben immer wieder ein paar Krümmel Dreck gefunden hat - Prüfstufe C war dagegen ein Kinderspiel - zum Schluß haben wir die Rohre mit Hydrauliköl sauber gemacht.

Den Aufenthalt in Castle Martin habe ich in sehr schöner Erinnerung - ich war damals erst 4 Monate bei der Bw und hatte schon mit der Bw den ersten Auslandsaufenthalt. Schießtechnisch wurde CM nur noch getopt von Shilo/Manitoba. Da waren wir 1986.

Pfürti Euer kite-hase



kite-hase sollte sich hier bei pzaufkl.de registrieren! Er hat sicher noch mehr solcher netten Anekdoten auf Lager!

Besten Gruß,
"Burzi"
Beitrag vom 09.04.2007 - 13:18
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w.schmid ist offline w.schmid  
Administrator
44 Beiträge
Ich habe folgende Mail von Klaus-Günther Besch (ehem. 4./354 ) erhalten, die ich hier mal reinstelle:

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Als ich mich interessehalber über Castle Martin im Internet informierte, fiel mir Deine Frage auf, wer etwas aus eigener Erfahrung über C.M. berichten könne. Ich kann! Allerdings war ich kein Panzer-Aufklärer, sondern diente nach meiner Grundausbildung in der 6/12 (Veitshöchheim) in der 4./354 in der Saaleck-Kaserne in Hammelburg ab April 1967.

Das PzBtl 354 gehörte zur PzGren Brig 35 der 12. PzDiv. Zum Abschluß des 1. Teils unserer ROA- Ausbildung durften wir nach C.M. Zum Schießen mit scharfer Munition.
Unser damaliger Kampfpanzer war der M 48 A2 (US) , der nach meinem Ausscheiden vom LEO I abgelöst wurde. Der M 48 hatte eine 9cm KWK mit gezogenem Rohr und konnte mit max. 69 Granaten bestückt werden.

Doch nun zu C.M.: Mit dem Zug ging es von Hammelburg in 2 oder 3 BW-Wagons nach zum Fliegerhorst Neubiberg südl. von München. Von dort mit der "NORATLAS" in einem 5-6 STD – Flug nach Südwales. Nach der Landung in Pembroke mit dem Bus nach C.M. zum Baracken beziehen. Wetter war in der zeit meist beschissen. Regen über Regen. Panzer waren vor Ort und wurden von einem Stammpersonal gewartet. Wir mußten nur übernehmen. Extrem hügeliges Gelände auf dem Weg zu den Schießplatten, wovon wir mit der KWK auf die offene Irische See schossen. Die Anfahrt war schon eine Riesensauerei, denn die Hügelmulden waren voll mit Regenwasser, dass wir und die Panzer ausgesehen haben wie "Mud-Wrestler". Es war trotzdem eine Supersache.
Hat jeder in Kauf genommen.

Als Targets hatten wir "Zielscheiben", die auf Tendern in verschiedenen Entfernungen vorbeigeschlept wurden. Tauchte auch nur ein Frachter am Horizont auf, war sofort Feuerunterbrchung bis dieser wieder aus Sichtweite war.

Bemerkenswert ging es auch im Kampfraum zu, vor allem für den jeweiligen Ladeschützen! Er musste über ausgeworfene Kartuschen steigen, manuell laden und die gerade ausgworfene Kartusche mit dem Stiefel stoppen, damit sie nicht im Kampfraum herum flog. Ebenfalls hatte er sich vorzusehen, dass er nicht von einem möglichen Nachbrenner erwischt wurde, der sich manchmal nach dem Öffnen der Verschlußklappe als Stichflamme im Kampfraum entlud.

Streng verboten war das Kommando "Feuerüberfall", d.h. Dass alle 5 Panzer auf der Schießplatte zugleich feuern. Denn da flogen in C.M. einige Fensterscheiben raus! Natürlich befahlen wir deswegen ab zu "Feuerüberfall", worauf der Schießplatz- Kommandant mit hochrotem Kopf die Schießplatten abfuhr und nie herausbekam, wer dies befohlen hatte. Feuerüberfall macht übrigens einen ganz schönen Rumms.

Der Lehrgang stellte auch seinen eigenen UvD. Wir hatten ein Dienstfahrrad, mit dem wir morgens von Baracke zu Baracke fuhren, um die Lehrgangskameraden gnadenlos aus dem Schlaf zu brüllen.

An Wochenenden durften wir auch am Zivilleben in C.M. teilnehmen. In den Tanzschuppen waren immer einige entgegenkommende Waliserinnen, die sich dort im Minirock (auch teilw. Ohne Schlüpfer) tummelten und sich lieber mit Soldaten abgaben als mit der eifersüchtigen Landjugend. Etwas Vorsicht war schon angebracht.

Zur Abwechslung gab es noch ein ein angenehmes Weekend (by bus) in London im "Union Jack Club". Der Lehrgang durfte sich mit Ausbildern in Plüschsesseln in britischer Clubathmosphäre entspannen und sich nach Wunsch ein bißchen London anschauen.

Diese 6 Wochen haben allen ROA‘s trotz harter Ausbildung gefallen. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein!

Soviel von meiner Seite zu Castle Martin.
Mit freundlichen Grüßen
KGB
Beitrag vom 30.10.2009 - 16:51
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Burzi WaElo 1./3 ist offline Burzi WaElo 1./3  
92 Beiträge
Hallo Klaus-Günther Besch,

das ist ein schöner Beitrag, direkt aus der damaligen Zeit gegriffen! Obwohl es vor meiner Zeit war, findet man immer wieder Parallelen und gerät dabei ins Schmunzeln. :-)

Die Sache mit dem Kommando "Feuerüberfall" z.B., gab es natürlich auch auf anderen TrÜbPl. In Bergen/Hohne gab es keine Fensterscheiben, die hätten rausfliegen können. Man hatte aber Angst, das bei solch einer Aktion die Schießplatte aus Beton brechen würde. Ob es wirklich vorgekommen ist, kann ich nicht belegen. Es gingen aber Gerüchte um, das dies schon einmal passiert sei.

Zum Thema "Entgegenkommende Waliserinnen" . . . warum sollte es in Wales anders gewesen sein, als in Manitoba/Kanada!? ;-)) Ohne jetzt weiter ausschweifen zu wollen, es war einfach eine tolle Zeit.
Vielen Dank für deinen Beitrag!


Besten Gruß,
"Burzi"
Beitrag vom 14.03.2010 - 15:15
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