Panzeraufklärungsbataillon 5

Am 1. Juli 1956 ging das Panzeraufklärungsbataillon 5 aus Teilen der Grenzschutzabteilung I hervor. Damit war das Panzeraufklärungsbataillon 5 nach dem Panzeraufklärungsbataillon 7 (Aufstellung: 03.04.1956 – Auflösung 31.12.2002) das zweitälteste Panzeraufklärungsbataillon der Bundeswehr. Zunächst noch in dem Standort Neutrammberg bei Dannenberg an der Elbe, verlegte das aus sechs gekaderten Kompanien bestehende Bataillon nach Hemer. Am 13. Dezember 1956 verlegte das Panzeraufklärungsbataillon 5 nach Fritzlar bei Kassel.
 
Vorübergehend den Grenadierdivisionen in Hannover und Kassel unterstellt, gehörte das Panzeraufklärungsbataillon 5 seit dem 1. April 1957 der 5. Panzerdivision in Diez an der Lahn an. Zwischen 1957 und 1959 wurde aus Teilen des Panzeraufklärungsbataillons 5 das Panzeraufklärungsbataillon 2 und die Panzeraufklärungskompanie 180 aufgestellt.
 
Am 14. Dezember 1962 fand das Panzeraufklärungsbataillon 5 seine endgültige Heimat in Sontra. Der Bürgermeister der Stadt Sontra schlug für die Sontraner Kaserne den Namen „Husarenkaserne“ vor, der 1966 vom Bundesminister der Verteidigung Kai-Uwe von Hassel genehmigt wurde. Seitdem heißen die Sontraner Aufklärer „Panzerhusaren“. Ebenfalls 1966 erhielten die „Sontraner Panzerhusaren“ ihr Bataillonswappen. Es zeigt ein gotisches „A“ und die Bataillonsnummer 5 auf goldgelbem Hintergrund. In dieser Ausführung hatten es die Soldaten der Aufklärungsverbände der Wehrmacht und Reichswehr auf den Schulterklappen getragen.
 
Beginnend im Jahr 1967 wurde das Panzeraufklärungsbataillon 5 von dem amerikanischen Kampfpanzer M 48 A2 auf den ersten deutschen Nachkriegspanzer LEOPARD umgerüstet. Der ursprüngliche Spähpanzer kurz – Hotchkiss – wurde ab 1977 nach und nach durch den Spähpanzer LUCHS ersetzt. Ab 1986 löste das neue Radarsystem RASIT auf dem Transportpanzer Fuchs die alten Radargeräte ab.

Am 1. April 1993 wurde das Panzeraufklärungsbataillon 5 zum leichten Korpsaufklärungsbataillon. Neben Umgliederungen innerhalb des Bataillons bedeutete dieser Einschnitt besonders die Abgabe der Kampfpanzer LEOPARD. Ab Anfang 1993 gehörte das Panzeraufklärungsbataillon 5 zu den Krisenreaktionskräften (KRK) des deutschen Heeres. Aus der 5. Kompanie des Panzeraufklärungsbataillons 5 wurde am 1. Oktober 1993 die neu aufgestellte und dem Bataillon unterstellte Panzeraufklärungskompanie 140 gebildet. Am 1. Januar 1997 nahm die 5. Kompanie ihren Dienst als Ausbildungskompanie des Bataillons auf und seit dieser Zeit beteiligten sich regelmäßig Soldaten des Bataillons an den Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Zum 1. Juli 2001 wird das Panzeraufklärungsbataillon 5 der 7. Panzerdivision unterstellt, da die 5. Panzerdivision aufgelöst wird.

Im zweiten Halbjahr 2002 wird die Panzeraufklärungskompanie 210 aus Augustdorf und Brigadeaufklärungskompanie der Panzerbrigade 21 nach Sontra verlegt, dem Bataillon ebenfalls truppendienstlich unter- und der Feldnachrichtenzug 7 aufgestellt. Die Rückverlegung nach Augustdorf erfolgte für die Aufklärungskompanie 210 im zweiten Halbjahr 2006.
 
Während des Truppenübungsplatzaufenthaltes im November 2004 in Klietz musste der Bataillonskommandeur den angetretenen Soldaten von der beabsichtigten Auflösung des Bataillons im Jahre 2008 berichten.

Als erstes Panzeraufklärungsbataillon der Bundeswehr wurde im Jahre 2005 das Panzeraufklärungsbataillon 5 mit dem neuen Spähwagen FENNEK ausgerüstet. Bedingt durch Auflösung der 7. Panzerdivision erfolgt der Unterstellungswechsel zum 1. Juli 2006 zur Gebirgsjägerbrigade 23. Teile des Bataillons – besonders die Soldaten der 2. und 3. Kompanie – wurden zur Aufstellung des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 in Füssen herangezogen.
 
Der Abschiedsapell fand am 18. Dezember 2007 auf dem Markt in Sontra statt. Man konnte die im Einsatz gewesenen Soldaten zurück heißen. Ein Rückblick auf 45 Jahren (fast auf den Tag genau) Panzeraufklärungsbataillon 5 in Sontra wurde gehalten und das Bataillon aus seiner Heimatstadt in den so genannten „Ruhestand“ geschickt. 

 

Die Kommandeure des PzAufklBtl 5:
1956 – 1957 Oberstleutnant Frenzel
1957 – 1958 Oberstleutnant Struck
1958 – 1961 Oberstleutnant Schütz
1961 – 1963 Oberstleutnant Bock
1963 – 1966 Oberstleutnant Behlensdorf
1966 – 1970 Oberstleutnant Wittor
1970 – 1973 Oberstleutnant Ahrens
1973 – 1978 Oberstleutnant Hänseler
1978 – 1981 Oberstleutnant v. Diest
1981 – 1983 Oberstleutnant Clasen
1983 – 1987 Oberstleutnant Kleyhauser
1987 – 1990 Oberstleutnant v. Flotow
1990 – 1992 Oberstleutnant Dubicki
1992 -1994 Oberstleutnant Möller
1994 – 1997 Oberstleutnant Horstmann
1997 – 1999 Oberstleutnant Brodersen
1999 – 2001 Oberstleutnant Westermann
2001 – 2003 Oberstleutnant Stuber
2003 – 2006 Oberstleutnant Jünemann
2006 – 2008 Oberstleutnant Röhrig

 

Quellen:
http://annie0306.npage.de/erinnerungen-an-sontra.html

Herausgeber von pzaufkl.de/heeresaufklärer.de.
PzAufklAusbKp 3/2, 3./PzAufklBTl 2, BrigSpz 5, Hessisch Lichtenau.
div. Wehrübungen. Letzter Dienstgrad Olt.d.R. (vorl.)

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