ab 2004: Einsatzkräfte und Stabilisierungskräfte

Die Bundeswehr stand 2003/2004 vor dem tiefgreifendsten Umbau ihrer Geschichte. Im Dezember 2003 wurde ein Papier ihres Generalinspekteurs, Wolfgang Schneiderhan, bekannt, das den endgültigen Abschied von der klassischen Landesverteidigung vorsieht.

Nach den Plänen des Generalinspekteurs General Wolfgang Schneiderhan sollen die Einsatzkräfte mit 35 000 Soldaten zum wichtigsten Instrument der Bundeswehr werden. Der Verbund aus Land-, Luft- und Seestreitkräften ist für friedenserzwingende Kampfeinsätze, aber auch für Evakuierungen von Zivilpersonen „an jedem denkbaren Einsatzort der Welt“ (Struck) ausgelegt. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen zudem die Nato-Bündnisverpflichtungen.

Die Stabilisierungskräfte umfassen 70 000 Mann. Sie sollen für Operationen „niedriger und mittlerer Intensität“, aber auf „lange Dauer“ einsetzbar sein. Für die auch mit Panzern ausgerüsteten Teilstreitkräfte geht es zum Beispiel um die Überwachung von Waffenstillstandsvereinbarungen oder die Durchsetzung von Embargomaßnahmen. Ähnliche Aufgaben erfüllt die Bundeswehr bereits in Afghanistan und auf dem Balkan.

Der dritte Bereich, die Unterstützungskräfte mit 145.000 Mann, ist für das Sanitätswesen, die Logistik und den „Gesamtbetrieb“ im Inland ausgerüstet.

 

Generalleutnant Hans Otto Budde, Inspekteur des Heeres, führe Detail aus anlässlich des Symposiums der Freundeskreise der Pz- und PzGrenTruppe am 21. April 2005 an der PzTrS in Munster: 

Für die Truppenteile der Eingreifkräfte steht die Befähigung zur Gefechtsführung joint und combined sowie unter den Bedingungen vernetzter Operationsführung im Vordergrund eines Einsatzes.  Denn sie sollen friedenserzwingende Maßnahmen gegen einen vorwiegend militärisch organisierten Gegner bei möglichst geringen eigenen Verlusten durchsetzen können. Die Eingreifkräfte müssen das Gefecht der verbundenen Waffen bis auf Divisionsebene beherrschen.

Und aus dem Dispositiv der Eingreifkräfte werden darüber hinaus Kräfte zur Rettung und Evakuierung generiert. Die Truppenteile der Eingreifkräfte sind entsprechend strukturell ausgerichtet. In der Regel werden durch Truppeneinteilung für den Auftrag maßgeschneiderte Kampftruppenverbände gebildet. Beispiele hierfür sind die organische Führungs- und Kampfunterstützung bei der Division der Eingreifkräfte zur Führung des Gefechts der verbundenen Waffen bis zur Divisionsebene. Oder die zur Gefechtsführung optimierte Kampf- und Einsatzunterstützung bei den Brigaden der Eingreifkräfte.

Die Eingreifkräfte sind damit zur Beherrschung der vorrangigen Aufgabe „Gefechtsführung“ auszubilden und zu beüben und mit Priorität mit entsprechend geeigneter Ausrüstung in gesamter Breite und Tiefe auszustatten.

Die Stabilisierungskräfte sind für die Durchführung multinationaler, streitkräftegemeinsamer militärischer Operationen längerer Dauer im niedrigen und mittleren Intensitätsspektrum friedensstabilisierender Maßnahmen spezialisiert.

Dies zeigt sich in der strukturellen Auslegung der vier Stabilisierungsbrigaden des Heeres. Sie sind so ausgelegt, dass sie als Brigade in sich ausbildungs-, übungs- und einsatzfähig sind und sowohl in Gänze als auch mit Teilen in den Einsatz gehen können. Eine Stabilisierungsbrigade kann verschiedene, fähigkeitsbezogene Einsatzverbände bilden. Ein Einsatzverband setzt sich lage- und auftragsbezogen aus verschiedenen Fähigkeitspaketen und Truppenteilen (zum Beispiel Kampftruppe, Führungsunterstützung, Logistik, Pioniere) zusammen und wird unter einheitlicher Führung eingesetzt. Dies ist in den Stabilisierungsbrigaden zu üben.

 

Aufklärer in der Struktur „Neues Heer“

 

Entsprechend war auch die Gliederung der Aufklärungsbataillone in dieser Zeit verschieden:

Im Detail:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herausgeber von pzaufkl.de/heeresaufklärer.de.
PzAufklAusbKp 3/2, 3./PzAufklBTl 2, BrigSpz 5, Hessisch Lichtenau.
div. Wehrübungen. Letzter Dienstgrad Olt.d.R. (vorl.)

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