Heeresstruktur 4 (1980–1990)

Die Heeresstruktur 4 veränderte die Panzeraufklärungsbataillone stark, weil die 4. Kompanie, die mit ihren Panzergrenadier-, Panzer-, Mörser- und Pionierkräften das Bataillon bisher zum selbstständigen Gefecht der verbundenen Waffen befähigte, 1980 aufgelöst wurde. Stattdessen erhielt das Bataillon eine weitere Panzeraufklärungskompanie vom Typ der 2. und 3. Kompanie.

1982 wurden die 2. und 3. Kompanie in schwere Kompanien und die 4. Kompanie in eine gemischte Kompanie umgegliedert. Außerdem wurde eine 5. Kompanie mit Jägern und Transportpanzer Fuchs zur infanteristischen Gewinnung von Aufklärungsergebnissen gebildet. Schließlich wurde das Panzeraufklärungsbataillon um einen Radarzug mit dem Aufklärungsradar Rasit verstärkt, der der 4. Kompanie unterstellt war.

 

 

Gliederung des Panzeraufklärungsbataillons Heeresstruktur 4 (Stand 1984):

Es ergab sich folgende Gliederung des Panzeraufklärungsbataillons (Stand 1984):

  • 1. Stabs- und Versorgungskompanie
  • 2. schwere Panzeraufklärungskompanien mit 4 schweren Spähtrupps (mit je 3 KPz Leopard 1)
  • 3. schwere Panzeraufklärungskompanien mit 4 schweren Spähtrupps (mit je 3 KPz Leopard 1)
  • 4. gemischte Panzeraufklärungskompanie mit 2 schweren Spähtrupps (mit je 3 KPz Leopard 1) und 1 leichten Spähzug (mit 4 leichten Spähtrupps mit je 2 SpPz Luchs)
  • 5. Panzeraufklärungskompanie TPz mit 10 Transportpanzern Fuchs und 3 Panzerabwehrraketensystemen Milan
  • Ausbildungskompanie
  • 1 Radarzug mit 9 Radartrupps PARA
  • 3 Brigadespähzüge (in Friedenszeiten dem Bataillon unterstellt) mit 4 leichten Spähtrupps mit je 2 SpPz Luchs

Ein Panzeraufklärungsbataillon der Heeresstruktur 4 bestand aus 31 bis 34 Kampfpanzern und 31 Spähpanzern mit einer Gliederung, die prinzipiell auf Spähtrupps zugeschnitten war. Die Konzentration auf die Kampfpanzerkomponente] führte zwangsläufig zu einer Ausrichtung auf Kampfaufträge. In der Führungsvorschrift der Panzertruppe war den schweren und leichten Spähzügen ein Aufgabenspektrum von Gefechtsaufträgen wie Aufklärung, Sicherung und Verzögerung zugewiesen.

Auf fast allen Heeresübungen wurden die Panzeraufklärungsbataillone als gemischte Panzerbataillone[1] vorne im Verzögerungsgefecht eingesetzt. Diese gemischten Panzeraufklärungsbataillone fungierten als 4. Manöverelement unter Führungsvorbehalt[1] für Kampfaufgaben. Dazu würden auch die Bereinigung von Krisenlagen durch schnelles Verstärken in einem Schwerpunkt, Schließen von Lücken bei Panzerdurchbrüchen oder kurze lokale Gegenangriffe zählen.

Es war davon auszugehen, dass die Spähaufklärung auf der Breite des Divisionsgefechtsstreifens nicht in zehn aufgesplitterte schwere Spähtrupps (Spähaufklärungsschleier unter Divisionsverantwortung) stattgefunden hätte, sondern im geschlossenen Einsatz aller 34 Kampfpanzer. An den Gefechtsstand eines PzAufklBtl kämen daher in schneller Folge ein unterschiedliches Aufgabenspektrum zu.

Die Nachteile dabei wären:

  • reduzierte Verantwortung der Brigadekommandeure in ihrem Gefechtsstreifen
  • Zeitverzögerung der Weitergabe von Aufklärungsergebnissen an die Kampftruppe
  • hohe Verluste bei der Kampfaufklärungstruppe durch eigenes Feuer in der kritischen Aufnahmephase am Vorderen Rand der Verteidigung (VRV)

Weiter zur Heeresstruktur 5 und 5(N)

Herausgeber von pzaufkl.de/heeresaufklärer.de. PzAufklAusbKp 3/2, 3./PzAufklBTl 2, BrigSpz 5, Hessisch Lichtenau. div. Wehrübungen. Letzter Dienstgrad Olt.d.R. (vorl.)

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